Ein bewegender Moment für die katholische Kirche Wattenscheid
Am 18. Juli 2026 versammelten sich gut 450 Menschen in der Kirche Herz Mariä in Günnigfeld, um gemeinsam Abschied von einem Ort zu nehmen, der für viele Generationen eine spirituelle Heimat war. Eine Heilige Messe, zelebriert von Weihbischof Schepers mit einer Predigt von Propst Jens Watteroth, bildete das Herzstück der Feierlichkeiten. Begleitet wurde der Gottesdienst von der Jungen Chorgemeinschaft Günnigfeld unter der Leitung von Nikodem Chronz sowie dem Blasorchester Günnigfeld unter der Leitung von Karl Appelhoff. Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit war die Teilnahme von rund 40 Messdiener*innen aus der ganzen Pfarrei und mehreren Bannerabordnungen.
Ein Ort voller Erinnerungen
In seiner Begrüßung betonte Propst Jens Watteroth, wie schön es sei, dass nicht nur Mitglieder der katholischen Pfarrei, sondern auch die evangelische Gemeinde mit Pfarrer Christian Meier sowie Weihbischof Schepers anwesend waren, um den letzten Gottesdienst in der Kirche Herz Mariä mitzufeiern. Die Predigt von Propst Watteroth stand unter der Frage: „Wovon würden die Mauern sprechen?“ Er lud die Anwesenden ein, sich an die vielen Anlässe zu erinnern, die in dieser Kirche stattfanden – von Taufen, Erstkommunionen und Firmungen bis hin zu Abschieden von geliebten Menschen. Die Mauern, so Watteroth, würden von Erlebnissen, Feiern, Gebeten, Freude und Trauer erzählen.
Die Emotionen, die an diesem Tag sichtbar wurden, zeigten, wie sehr dieser Ort das Leben der Menschen geprägt hat. „Nicht nur Steine, von denen wir uns verabschieden, sondern ein Ort mit Bedeutung für viele Menschen“, so der Propst. Er betonte, dass der Glaube zwar nicht vor schwierigen Zeiten bewahre, der Abschied von der Kirche auch ein Schritt in eine Unsicherheit sei. Doch wie Maria und Josef, die Jesus als Kind im Tempel suchten, so finde auch Gott sich dort, wo wir ihn nicht vermuten. Mit Hoffnung und Vertrauen wünschte Propst Watteroth allen, die gemeinsam in Günnigfeld und Wattenscheid als Kirche unterwegs sind, die Kraft, neue Formen und Orte zu finden.
Grußworte: Dankbarkeit und Aufbruch
Im Rahmen des Gottesdienstes sprachen Vertreter*innen der Gremien und der evangelische Kirche ebenfalls zur versammelten Gemeinde.
Burkhard Bukowski vom Pfarrgemeinderat betonte, dass die Kirche heute mehr denn je in den Händen aller Christ*innen liege. Die Schließung des Gebäudes bedrücke viele, da die Kirche für die Menschen aus Günnigfeld verständlicherweise eine spirituelle Heimat geworden sei. Doch die Schließung sei auch ein äußerer Anlass, um Neues wie das sozialpastorale Zentrum GiG zu ermöglichen. „Wir schließen ein Gebäude, das viel Geschichte in sich trägt, aber eigentlich fangen wir erst an, Kirche zu gestalten“, so Bukowski. Er ermutigte die Anwesenden, sich einzubringen und mitzugestalten.
Cordula Bukowski vom Kirchenvorstand dankte den Engagierten vor Ort. Besonders hob sie die Projektarbeit im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses am Standort hervor und betonte, dass der Wandel nur durch die Menschen möglich sei, die ihn gestalten.
Pfarrer Christian Meier von der evangelischen Kirche Wattenscheid teilte die Trauer der katholischen Gemeinde und dankte den Verantwortlichen für den verantwortungsvollen Umgang mit der Zukunft des Standortes. Er betonte, wie viel in dieser Kirche gefeiert worden sei, und bekräftigte, dass die ökumenische Partnerschaft weitergehe. Das Evangeliar, das aus der Kirche getragen werde, sei ein Zeichen und Auftrag, das Evangelium weiter durch Wort und Tat zu verkünden.
Eine Perspektive und ein gemeinsamer Abschluss
Als Zeichen der fortdauernden Gemeinschaft wurden zum Ende des Gottesdienstes drei bedeutende Symbole aus der Kirche getragen:
Das gewandelte Brot wurde in die Propsteikirche St. Gertrud gebracht: Ein Zeichen dafür, dass die Gemeinschaft in Brot und Wein weitergeht.
Die Osterkerze findet ihren neuen Platz im Sozialpastoralen Zentrum GiG: Ein Symbol dafür, dass Gott voraus- und mitgeht und in der Gottesdienstgemeinschaft unter anderem an diesem Ort weiter präsent bleibt.
Das Evangelienbuch wurde vom evangelischem Pfarrer Christian Meier getragen: Ein Zeichen, dass das Wort Gottes weiter verkündet wird, auch in ökumenischen Gottesdiensten.
Gemeinsam zog die Gemeinde aus der Kirche aus. Abschluss und Segen wurden draußen gespendet. Im Anschluss nutzen viele Menschen die Möglichkeit, bei Getränken und Essen Erinnerungen zu teilen und sich auszutauschen. Ein Tag, der nicht nur Abschied nahm, sondern auch neue Wege und Kontakte einleitete.
Autor: Lukas Klein-Wiele, Katholische Kirche Wattenscheid.
Wie geht kirchliches Leben vor Ort weiter?
Die monatlichen ökumenischen Gottesdienste werden in der Christuskirche weitergeführt. Der nächste Termin ist am 26. Juli.
Die katholische Kirche bleibt mit dem Sozialpastoralen Zentrum GiG im Stadtteil präsent und ist weiterhin für die Menschen vor Ort da. Unsere Angebote umfassen:
• Caritative Unterstützung
• Beratung und Begleitung
• Gruppen und Gemeinschaften
• Kulturelle Veranstaltungen
Was passiert mit der Kirche und dem Grundstück an der Kirchstraße?
Das Grundstück samt Kirche wird verkauft. Durch einen Vermarktungswettbewerb wurde ein Investor ausgewählt, der Wohnen und soziale Zwecke miteinander vereint. Geplant ist, dass die Gebäudehülle der Kirche erhalten bleibt und ausgebaut wird.
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für Presseanfragen oder Rückfragen

Lukas Klein-Wiele
Seelsorger, Pastoralreferent
Pfarreientwicklungsprozess, Firmung (Kooperation Stadt Bochum), Kommunikation, St. Gertrud

Jens Watteroth
Seelsorger, Pfarrer und Propst im Leitungsteam der Pfarrei
Sozialpastoral, Erstkommunion, Herz Mariä










