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„Salz sein – Licht sein – Christ sein“

Zum Sonntag, 08.02.2026

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Matthäus 5, 13-16 –  5. Sonntag im Jahreskreis

13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. 15 Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. 16 So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen. 

 

Impuls

Im Evangelium des heutigen Sonntags sagt Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern:

 „Ihr seid das Salz der Erde!“ (Mt 5,13)
Und fügt hinzu: „Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr …“ (Mt 5,13b)
In einer anderen Übersetzung lese ich: „Wenn aber das Salz seinen Witz verliert, womit soll gesalzen werden?“ (Mt 5,13 b in der Übersetzung von Fridolin Stier)

Jetzt bin ich irritiert: Welchen Witz! – Dann begreife ich: Das Bild vom Salz und seinem Witz kann mir helfen, neu und anders auf mich, auf mein Leben und mein Christsein zu blicken:

  Salz macht eine Speise schmackhaft; die richtige Prise Salz ist der Clou einer gut3en Mahlzeit, ihre Pointe! Und seit Jahrhunderten diente Salz der Erhaltung und Bewahrung von Lebensmitteln und sicherte damit die Ernährung der kommenden Generationen. Salz meint das, was das Leben – unser Leben als Menschen – schmackhaft und lebenswert macht und das Leben auf unserem Planeten erhält und bewahrt.

  Seinen Jüngerinnen und Jüngern, die Jesus nachfolgen, sagt Jesus nicht: Ihr SOLLT das Salz der Erde sein, sondern: „Ihr SEID es!“
Jeder von uns könnte sicher auf Anhieb viele Menschen nennen, die für sie Salz waren bzw. sind, die mein / ihr Leben lebenswert gemacht haben (und machen) durch Zuwendung, Verständnis, Ermutigung, Liebe … Und wenn ich so auf mein Leben schaue, fallen mir auch andere Menschen ein, für die ich Salz (gewesen) bin…

  Jesu Worte laden mich und jede(n) von uns ein, die Stellen und Qualitäten in mir / in uns zu entdecken, die für andere fruchtbar werden können. Jesus will uns die beglückende Erfahrung schenken, dass unser Leben für andere wichtig und hilfreich sein kann. Wir sind reicher, als wir manchmal denken und spüren.

Entscheidend ist dabei nur: Das Salz muss in die Suppe! Sonst kann es seine Wirkung, seinen Witz nicht entfalten. Insofern dürfen wir uns Jesu Worte an seine Jüngerinnen und Jünger heute und jeden Tag neu zu Herzen nehmen:
„IHR SEID DAS SALZ DER ERDE … IHR SEID DAS LICHT DER WELT!“

Wir sind füreinander wichtig. Denn wir können mithelfen, das Leben unserer Mitmenschen, aber auch unserer Stadt und der Gesellschaft als Ganzer menschlicher, menschenfreundlicher und schmackhafter zu gestalten: Salz und Licht zu sein in unserem Umfeld. Das macht auch unser eigenes Leben schmackhafter, strahlt auf uns zurück und macht uns glücklich.

„Salz sein, Licht sein, Christ sein
mit offenen Augen für die Welt.
Salz sein, Licht sein, Christ sein
so wird die Dunkelheit erhellt.“
(Christoph Zehender in: Halleluja Nr. 253)

Burkhard Schönwälder