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Gefährdung und Ermutigung der Jünger

Zum Sonntag, 21.06.2026

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Matthäus 10, 26-33 – 12. Sonntag im Jahreskreis

26 Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. 27 Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern! 28 Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann! 29 Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.[2] 30 Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. 31 Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. 32 Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. 33 Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Impuls

Liebe Leserin, lieber Leser,

die größten Ängste der Deutschen sind existenziell: steigende Lebenshaltungskosten, die Sorge vor Kontrollverlust über das eigene Leben, Krankheiten, unbezahlbarer Wohnraum und Kriege. Diese Themen lösen bei vielen Menschen große Unruhe aus.

Und genau in diese Wirklichkeit hinein hören wir im heutigen Bibelabschnitt gleich dreimal den Satz: „Fürchtet euch nicht.“ Das ist leicht gesagt – und doch schwer umzusetzen. Denn es gibt viele Gründe, sich zu fürchten. Die Sorgen haben in den letzten Jahren spürbar zugenommen. Studien zeigen, wie stark viele Menschen – besonders junge – unter Druck stehen. Dazu kommen die ganz persönlichen Ängste: nicht zu genügen, den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden oder einen falschen Weg im Leben eingeschlagen zu haben. Oft kämpfen wir mit dem, was andere über uns denken, und mit dem Druck, funktionieren zu müssen.

Genau hier setzt der Herr Jesus an: „Fürchte dich nicht!“ Er sagt es nicht beiläufig, sondern bewusst und eindringlich. Dabei redet er die Realität nicht schön. Er sagt nicht: „Alles wird schon gut.“ Im Gegenteil – er spricht offen aus, dass Menschen einander verletzen, ablehnen und schaden können. Glaube bedeutet nicht, keine Angst zu haben oder immer stark zu sein. Angst gehört zum Leben – auch zum Glauben. Selbst der Herr Jesus kennt diese Angst. Im Matthäusevangelium heißt es: „Da ergriff ihn Traurigkeit und Angst … Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ Doch er bleibt nicht bei der Angst stehen. Er lenkt den Blick weiter: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können …“ Das klingt zunächst nicht beruhigend. Und doch eröffnet es eine neue Perspektive: Nicht alles, was uns Angst macht, hat das letzte Wort. Wenn überhaupt, dann sollen wir den fürchten, „der Seele und Leib verderben kann“. Um das zu verdeutlichen, gebraucht der Herr Jesus ein einfaches und zugleich tröstliches Bild: „Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.“ Gott kennt jeden von uns. Wir sind nicht zufällig hier, und wir werden nicht übersehen. Das darf uns Mut machen: Unser Leben hat Sinn und Wert. Mit all unseren Zweifeln und Ängsten, mit unseren Stärken und Schwächen sind wir von Gott getragen.

Dreimal sagt der Herr Jesus: „Fürchtet euch nicht!“ – nicht, weil es nichts zu befürchten gäbe, sondern weil da jemand ist, der größer ist als unsere Angst. Gleichzeitig fordert er uns heraus: den Mut zu einer klaren Haltung. Wer sich zu ihm bekennt, zu dem wird auch er stehen. Dabei geht es nicht darum – wie einst die Pharisäer – den Glauben perfekt darzustellen. Es geht um unseren Alltag: um unsere Entscheidungen, unsere Worte und das, wofür wir einstehen. Wir dürfen darauf vertrauen: Da ist ein Gott, der uns sieht, der uns kennt und der uns hält.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und eine gute Woche!

Ralf Crüsemann

Mein Tipp: Der Gebetsraum!

Im Internet unter: https://www.youtube.com/@gebetsraum

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